JPod

Douglas Coupland
JPod
Tropen 2011
528 Seiten
24,95 €

110605_UZ_Coupland_JPod.indd„JPod“ ist eine Abteilung einer Spieldesignfirma, in der ein halbes Dutzend Leute arbeiten, deren Nachname mit J anfängt. Ihr Leben spielt sich zwischen der Entwicklung idiotischer Computerspiele, nihilistischem Konsum, Identitätskrisen und verrückten Mitmenschen ab. Stellenweise ist das zwar originell und lustig, aber ich kann mit solcher Literatur, bei der immer der Anspruch mitschwingt, „Abbild einer Generation“ zu sein, wenig anfangen, und Coupland (Generation X, Generation A) macht es selten darunter und das inzwischen in mehr als einem Dutzend Romane, die sich alle um dieses eine Thema drehen: Junge Menschen aus besseren Kreisen zwischen Konsumwahn und ‑verzweiflung auf der Suche nach ihrer Identität, dem Sinn des Lebens und dem großen Kick. Stilistisch fällt Coupland mit JPod in seine Phase vor Girlfriend in a Coma von 1999 zurück. Eher nervig ist sein Versuch, über Dutzende Seiten – insgesamt rund ein Fünftel des Romans – von sinnlosen Aufzählungen, z. B. reine Zahlenreihen (etwa S. 377‑437, 61 Seiten!) das klassische Romanschema zu brechen, peinlich platt ist sein eigenes Auftreten als bekannter Romanautor erst in den Gesprächen der ProtagonistInnen, schließlich sogar als entscheidende Figur. Über weite Strecken ist JPod nicht schlecht geschrieben, wie eigentlich alle Werke Couplands, aber was bleibt, ist der fade Geschmack von Marshmallows.

Klaus Farin

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)

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