Geschichte wird gemacht – welche eigentlich?

Dietrich Helms, Thomas Phleps (Hrsg.)
Geschichte wird gemacht – Zur Historiographie populärer Musik
Beiträge zur Populärmusikforschung 40
transcript 2014
128 Seiten
18,99 €

geschichtewirdDie Beiträge des kleinen Tagungsbandes stellen Fragen, die eigentlich in jeder Sparte der Kulturwissenschaften gestellt werden sollten: Was und wer ist geschichts-, forschungs- oder gar klassikwürdig? Wer entscheidet, was in einen wie auch immer definierten Kanon gehört?

Während sich Schallplattensammlerinnen, Musikfreunde, die Kritik und die Populärmusikforschung einig sind über die Bedeutung einer Band wie Velvet Underground, mit ihren wenigen, schlecht verkauften LPs und kurzer Schaffensperiode, sind deutsche Bands mit Millionenverkäufen und weltweiter Fangemeinde wie Boney M in keinster Weise Forschungsgegenstand. Ein Musiker spielte jeden Abend stundenlang in New Orleans zum Tanz und entwickelte dabei einen eigenen, besonderen Stil. Zwischendurch nahm er mit einer Band, die es nie live zu hören gab, einige Schallplatten auf, mit Songs, die er damals nie live spielte. Diese Louis-Armstrong-Scheiben gelten heute als Dokumente für frühen Jazz. Was gespielt bzw. gehört wird ist noch lange nicht das, was aufgenommen wird, und diese Aufnahmen werden durch die öffentliche Wahrnehmung und Expertenmeinungen nochmals gefiltert. Diese Mechanismen zu hinterfragen und das damit verbundene Dillemma zu benennen ist das Verdienst dieses Buches.

Peter Auge Lorenz

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