Go Ost!

Alexander Pehlemann
Go Ost! Klang – Zeit – Raum. Reisen in die Subkulturzonen Osteuropas
Ventil Verlag 2014
224 Seiten mit CD
24,90 €

Manfred Schwartz, Heike Winkel, Manfred Sapper, Volker Weichsel (Hg.)
osteuropa (Heft 11-12 / November-Dezember 2013)
Auf einen Zug – Anpassung und Aufbruch: Jugend in Osteuropa
Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde
216 Seiten
20,00 €

go_ostAlexander Pehlemann, Herausgeber des enzyklopädisch inspirierten Fanzines Zonic, legt hier eine streng subjektive Darstellung seiner Reisen in die osteuropäischen Länder vor. Es gibt Kapitel zu Polen, der Ex-CSSR, Russland/Sowjetunion, ein extra Kapitel zum Baltikum, einen Beitrag über Ungarn, (ex-)Jugoslawien, zu Bulgarien und Rumänien. Jedes Land wurde vom Verfasser mehrmals (seit den späten 80ern bis heute) besucht, besonders in der letzten Zeit hatte er Gelegenheit, Protagonist_innen der Szene zu interviewen und seine Tonträgersammlung wachsen zu lassen. Die größte Rolle spielt dabei Punk und New Wave, aber auch Industrial, Reggae oder Avantgarde aller Art interessieren den Reisenden. Auf jeder Seite finden sich etwa zehn Hinweise, Bandnamen, Referenzen und Festivals, weshalb es sich für die Leser_innen empfiehlt, parallel zur Lektüre einen Youtube-Kanal zu öffnen, um nicht wie in einem Schnellzug an den ganzen Sehens- und Hörenswürdigkeiten vorbeizurasen. Zusätzlich gibt es zwischen den Kapiteln von Subkulturjournalist_innen, Kulturschaffenden und -aktivist_innen zusammengestellte und kommentierte Musik-, Ereignis- und Ortslisten. So wird der einerseits persönliche und andererseits umfassende Blick dieses – hier benutze ich das Wort mit vollem Bewusstsein – Werkes um zahlreiche weitere Sichten ergänzt.

2013_11_12_JugendEinen weiter gefassten Einblick in diesen Themenbereich, der nicht nur Subkulturen betrifft, gibt die Ausgabe der Zeitschrift osteuropa über Jugend in Osteuropa. Der Band befaßt sich mit kulturwissenschaftlichen und soziologischen Fragen, nur wenige Texte sind Reise- oder Augenzeugenberichte. Diese tiefergehende Sicht auf spät – und postsozialistische Jugend in den Ländern des ehemaligen Ostblocks ermöglicht Einsichten in Phänomene, die bisher wenig oder gar nicht beschrieben worden sind. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Vorkuta, entstanden aus einem Gulag, mit ihrer regen und als authentisch empfundenen Punkszene.

Ebenso wie genaue Szenebeobachtungen sind analytische Überblickstexte enthalten, die sich mit Entwicklungen gesellschaftlicher Phänomene wie der Jugendmobilisierung in Rußland oder der Situation der jungen Generation in Weißrussland befassen. Das Buch ist eine Fundgrube für alle Osteuropa- und Jugendkulturinteressierten, die hier viel Aktuelles und so einiges über die Jugend- und Subkulturen in der Vergangenheit erfahren.

Dazu passend finden in naher Zukunft einige vielversprechende Veranstaltungen in Leipzig und Wien statt:

Am 5.11., 20 Uhr im naTo in Leipzig:
1984! Kunst & Subkultur: Leipziger Herbstsalon, „Hungary can be yours“ und die Neue Slowenische Kunst

Am 6. und 7.11. an verschiedenen Orten in Wien:
Konzerte anlässlich der 100. Ausgabe des österreichischen Musikmagazins Skug

Peter Auge Lorenz

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