Das war unser 2019

Zineklatsch bei der DruckDruckDruck-Ausstellung in der Galerie am Körnerpark

Generell konnten Archiv und Bibliotheksbereich im Rahmen des Projektes „Pop- und Subkulturarchiv International“ 2019 weitere Schritte auf dem Weg zur Professionalisierung gehen. Wir haben endlich unsere Science-Fiction-Sammlung in einer mehrwöchigen Aktion aus Umzugskartons in archivgerechte Boxen umgepackt und sortiert. Dabei haben wir festgestellt, dass sie weitaus umfassender ist, als wir dachten. Von April bis August haben wir in der DruckDruckDruck-Ausstellung in der Galerie im Körnerpark einen Teil der Ausstellung mitkuratiert und mit Materialien ausgestattet, außerdem waren Exponate von uns unter anderem in der Nineties Berlin und der c/o Berlin zu sehen. Ein weiterer Schwerpunkt im letzten Jahr war die Vernetzung des Archiv- und Bibliotheksbereichs, so etwa beim Workshop der Archive von Unten, den wir in diesem Jahr ausgerichtet haben, beim Besuch der Konferenz „Building the Scenes“ in Prag oder beim Treffen der queeren Archive, Bibliotheken und Sammlungen in Wien (QueerSearch).

rbeiten am Bestand: Unsere spannende und umfangreiche Plakatsammlung

Im Rahmen des Digitalisierungsprojektes „Y-KLRMPFNST verständlich gemacht!“ wurde die vierte Ausgabe des West-Berliner Punk-Fanzines Y-KLRMPFNST von 1980 in Form einer Digitalen Edition umfassend online verfügbar gemacht. Diese enthält erläuternde Informationen und Kontextdokumente zu den Fanzine-Inhalten, Links zu Online-Ressourcen und Verweise auf vertiefende Literatur und Quellen. Die Digitale Edition integriert das Faksimile des Originals, die Transkription sowie die XML-basierte Auszeichnung des Textes und ermöglicht die Volltextrecherche im Fanzine. Darüber hinaus wurden szenerelevante Personen, Gruppen, Orte und Ereignisse markiert, erläutert und in ein Glossar aufgenommen.

Das Panel mit Diversity Box-Referent*innen auf der Abschlussveranstaltung im Refugio Berlin

In letzten Projektjahr konnte unser Projekt „Diversity Box“ nochmal viele Workshops und Projekttage mit Jugendlichen realisieren, wie im Dezember 2019 an der Leonardo da Vinci Schule in Berlin. Dort fanden 7 Workshops zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Kontext von Comic, Fanzine, Video, Fotografie, Rap/ DJing, Kreatives Schreiben, Graffiti/Streetart  statt. Darüber hinaus gab es die Abschlussveranstaltung „Und ihr habt sie doch!“, bei der 5 Jahre queere Bildungsarbeit in Stadt und Land rekapituliert sowie die Herausforderungen und Barrieren in der nachhaltigen Arbeit zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt diskutiert wurden. Wir danken allen am Projekt beteiligten Menschen, Schulen und Jugendeinrichtungen, die diese 5 Projektjahre zu etwas ganz Besonderem für unsere Projektverantwortlichen Giuseppina, Saskia und Vicky gemacht haben. Wir freuen uns nun auf neue Projekte und Aufgaben, wie z.B. den Queer History Month in Berlin (http://www.queerhistory.de)

Das Culture on the Road-Team bei Projekttagen in Hoya/Niedersachsen

Außerdem waren wir auch im Jahr 2019 wieder in 15 Bundesländern mit unseren Bildungsangeboten zu Jugendkulturen und Diskriminierungen unterwegs und haben mehr als 150 Veranstaltungen mit mehr als 2000 Jugendlichen und Erwachsenen realisiert. Unsere Ausstellung „Der z/weite Blick“ war an rund 20 Orten, untern anderem auf dem Deutschen Präventionstag in Berlin und auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund, zu sehen. Rund 30 Szeneninitiativen haben sich im Sommer über bedrohte Freiräume ausgetauscht und vernetzt. Im Dezember haben wir auf unserer fünften Résumétagung in Fachvorträgen und einem Panel mit Szenengänger*innen über die Bedeutung von Jugendkulturen für die politische und kulturelle Bildung debattiert. Ergebnissen aus fünf Jahren Strukturentwicklungsförderung im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sind in unserer Broschüre „Jugendkulturen und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – Strukturen festigen, Wirkung entfalten“ dokumentiert. Die Broschüre und weitere Ergebnisse aus dieser Förderung sind im Archiv erhältlich oder können auch kostenlos unter  https://www.jugendkulturen.de/publikationen.html heruntergeladen werden. 

Unser Umzug steht bevor in 2020

2020 wird ein Jahr voller Herausforderungen für uns. Denn wegen dem bevorstehenden Umzug und dem Wegfall von Fördermitteln fehlen uns 45.000€ um unsere Miete zu bezahlen. Supportet uns gerne, entweder hier: https://www.gofundme.com/f/jugendkulturen, hier: https://www.betterplace.org/de/projects/4563-unterstutze-das-archiv-der-jugendkulturen, via PayPal: archiv@jugendkulturen.de oder Kontoverbindung: Archiv der Jugendkulturen, GLS Bank, IBAN: DE46 4306 0967 1124 0712 01