Mehr als laut

Jürgen Teipel
Mehr als laut – DJs erzählen
Suhrkamp 2013
235 Seiten
14,99 €

Und schon wieder ein Buch über Techno, wieder erzählen46482 DJs davon, wie es ist DJ zu sein und wie das alles los ging und was dann wurde … aber immerhin geht es diesmal auch um andere Orte als nur um Berlin, auch Mannheim, Chemnitz oder Regensburg spielen eine Rolle. Jürgen Teipel, bekannt als Autor von Verschwende deine Jugend, hat eine Reihe an bekannten und weniger bekannten DJs (erfreulicherweise sind überdurchschnittlich viele weibliche DJs darunter, die ausführlich zu Wort kommen) getroffen und deren Erzählungen aufgeschrieben und thematisch zusammengestellt. Darunter findet sich dann ein ganzes Kapitel über das Ostgut (Vorgängerclub des Berghain) und die Panoramabar, ein anderes über Erlebnisse in Mexico, wo das Goethe-Institut mehrmals Technofestivals mit deutschen DJs veranstaltet hat. Außerdem geht es um Drogen, Geld, Party, Reisen, Leben und Tod.

Daniel Schneider

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Spex – Das Buch

Max Dax & Anne Waak (Hrsg.)
Spex – Das Buch. 33 1/3 Jahre Pop
Metrolit 2013
480 Seiten
28 €

Der Sammdaxwaakelband enthält 73 „Schlüsseltexte“ aus der wahrscheinlich wichtigsten deutschen Pop(kultur)zeitschrift Spex, zusammengestellt vom ehemaligen Spex-Chefredakteur Max Dax und der ehemaligen Spex-Redakteurin Anne Waak. In chronologischer Reihenfolge abgedruckt beginnt das Buch mit einem Artikel aus der ersten Spex-Ausgabe aus dem Jahr 1980 (über Joy Division, von Peter Bömmels) und endet mit einem Text über Penny Martin, Chefredakteurin der Zeitschrift Gentlewoman, aus dem Jahr 2012 (von Anne Waak). Dazwischen finden sich Beiträge von Autor_innen wie Clara Drechsler, Diedrich Diederichsen, Rainald Goetz, Joachim Lottmann, Clara Drechsler, Mark Terkessidis, Sandra Grether, Hans Nieswandt, Dietmar Dath, Georg Seeßlen und vielen anderen. Der Großteil der Texte dreht sich um Musik – beispielsweise um Bands und Künstler_innen wie Madonna, Beastie Boys, Guns’n’Roses, Aphex Twin, Kurt Cobain oder die Pet Shop Boys – aber auch um andere Themen, von Kunst über Mode bis Politik, die zeigen, dass die Spex immer mehr war (und bis heute ist) als eine Musikzeitschrift.

Daniel Schneider

Subkultur Westberlin

Wolfgang Müller
Subkultur Westberlin 1979-1989 – Freizeit
Philo Fine Arts 2013
600 Seiten
24 €

4e6b4a833eDie Berliner Technoszene und das Szeneleben in der Zeit nach dem Mauerfall wurden in den letzten Jahren ausführlich thematisiert – beispielsweise in Felix Denks und Sven von Thülens Klang der Familie oder in Ulrich Gutmairs Die ersten Tage von Berlin –, in Subkultur Westberlin geht es dagegen um die Zeit vor 1989, um die Zeit, bevor Techno zur wichtigsten deutschen Jugendkultur wurde und Berlin zum Nabel dieser Bewegung. Der Autor, Wolfgang Müller, Mitbegründer der Band Die Tödliche Doris, erzählt seine Sicht auf die Geschichte des Westberliner Untergrunds, auf die Geschichten der Kunst-, Politik-, Punk- und queeren Szenen, und bewegt sich dabei zwischen besetzten Häusern und Kunstgalerien, zwischen dem Punkclub SO36 und dem Merve-Verlag. Seine eigene Biographie und die Entwicklung seiner Band bildet dabei den Rahmen, in dem unendlich viele kleine und größere Anekdoten mit Protagonist_innen dieser Zeit eingebettet sind – Blixa Bargeld und die Einstürzenden Neubauten, Iggy Pop, Martin Kippenberger und Ratten-Jenny, Gudrun Gut etc. Es tauchen aber auch schon einige der zentralen Figuren der sich später bildenden Technoszene auf – Westbam, Dimitri Hegemann (Tresor), Dr. Motte (Loveparade) oder Mark Ernestus (Hard Wax, Basic Channel), wodurch die Wurzeln der Berliner Technoszene in der „alten“ Westberliner subkulturellen Szene deutlich werden.

Daniel Schneider

Fachtag zu Antisemitismus

Fachtag zu Antisemitismus mit Konzert von Esther Bejarano & Microphone Mafia am 25.03.2014

Am 25. März 2014 findet im Pfefferberg in Berlin der Fachtag unseres Projektes „New Faces – Mit Kultur und Medien gegen Antisemitismus“ zum Thema „Antisemitismus und andere Menschenfeindlichkeiten“ statt. Auf dem Programm stehen ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Zick (Leiter des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld), eine New-Faces-Projekt- und Ausstellungspräsentation sowie Praxis-Workshops zu Graffiti / Street Art, Comic und Rap. Beginn ist 10:00 Uhr.

Im Abendprogramm ab 19:00 Uhr liest die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano aus ihrem Buch „Erinnerungen. Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts“. Im Anschluss gibt es ein Konzert von Esther Bejarano zusammen mit der Kölner Hip-Hop-Formation Microphone Mafia.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 22. März an giuseppina.lettieri@jugendkulturen.de, zum ausführlichen Programm geht es hier.

New Faces – mit Kultur und Medien gegen Antisemitismus wird gefördert von: