Braunzone Bundeswehr

Lucius Teidelbaum
Braunzone Bundeswehr – Rechtsum in der Männertruppe
Unrast 2012
84 Seiten
7,80 €

In den 1980er Jahren waren die Kategorien einfach und klar – die coolen, intelligenten und guten Jungs machten Zivildienst, und zur Bundeswehr ging nur, wer rechts oder dumm war, oder rechts und dumm, was aus der Sicht subkultureller Verweigerer, die allein schon wegen der Frisur nicht zur Armee wollten, meist zusammenfiel.

Somit schien es fast selbstverständlich, die Bundeswehr als durch und durch rechts bis nazibraun einzuschätzen, und selbst heute, ohne Wehrpflicht und mit ein paar Alibi-Frauen in der Truppe, erscheint das Argument, die Bundeswehr sei „ein Spiegel der Gesellschaft“ – lediglich mit gelegentlichen rechten Ausfällen am Rande – schon fast absurd, da Linke, Pazifisten und Frauen ebenso wie Kinder, Jugendliche und ältere Menschen hier offenbar nicht zur Gesellschaft gerechnet werden.

Lucius Teidelbaum zeigt im vorliegenden Band, dass die vereinzelt scheinenden braunen Skandale in der Bundeswehr lediglich die Spitze des Eisbergs sind. Differenziert verweist er auf konkrete personelle Kontinuitäten und rechte Namenspatenschaften ebenso wie auf die Fortführung von Elitegedanken und militärischen Männlichkeitsidealen („archaische Krieger“ oder auch „Stahlgestalten“), die denen der extremen Rechten entsprechen.
Dabei kommen Machenschaften ans Licht, deren Anzahl, Ausmaß und Deutlichkeit bei Weitem alles übertrifft, was die gängigen Vorbehalte gegenüber der Bundeswehr bisher gestützt hatte. Um nur ein Beispiel zu nennen, sei hier zitiert, was Teidelbaum zum 20. Mai 1941, dem Datum der Landung von deutschen Fallschirmjägern auf Kreta schreibt: „Bis heute gibt es Feiern zum 20. Mai, dem Jahrestag der Besetzung Kretas, in Fallschirmjäger-Kasernen. Dabei wird auch das Fallschirmjäger-Lied Hinter den Bergen gesungen, in dem es u. a. heißt: ‚Narvik, Rotterdam, Korinth / Und das heiße Kreta sind / Stätten unserer Siege! / Ja, wir greifen immer an, / Fallschirmjäger gehen ran, / Sind bereit, zu wagen!’“

In seiner kritische Auseinandersetzung befasst sich der Autor sowohl mit den internen Zuständen innerhalb der Bundeswehr, in der ritualisierte Rekrutenmisshandlungen, Sexismus und Homophobie auf der Agenda stehen, als auch mit Fehlverhalten nach außen hin, das bei Auslandseinsätzen zutage tritt. Aufgezeigt werden zudem kontinuierliche Zusammenhänge und Überschneidungen mit schlagenden Verbindungen – insbesondere rechten Burschenschaften – und auf den höheren Offiziersebenen mit der „Neuen Rechten“. Wenngleich offen auftretende Neonazis in der Bundeswehr nicht geduldet werden, so tummeln sich in der extremen Rechten doch auffallend viele – auch hochrangige – ehemalige Militärs, die sich mit ihrer Gesinnung während der Militärzeit lieber bedeckt hielten. Beispielsweise waren sowohl der langjährige NPD-Vorsitzende Udo Voigt als auch Neonazi-Kader Michael Kühnen als Berufssoldat bzw. Leutnant mehrere Jahre bei der Bundeswehr.

Als Fazit bleibt, dass die Bundeswehr sich nie ganz von der Wehrmacht als Vorgänger-Armee gelöst hat. Auch wenn die Blindheit auf dem rechten Auge inzwischen nicht mehr ganz so vollständig ist, so bestehen die männerbündischen rechten und rechtsextremen Traditionen trotz aller Bemühungen um einen Imagewechsel weiter. Da die Kampfausbildung nach wie vor Neonazis anzieht, die gezielt den Umgang mit Waffen und Sprengstoff erlernen wollen und die in nichtmilitärischen Berufsbereichen kaum Fuß fassen wollen oder können, wird sich wohl an der „Braunzone Bundeswehr“ auch in Zukunft nicht allzu viel ändern.

Teidelbaum muss für seine umfangreiche Material- und Beispielsammlung aufwendige Recherchen betrieben haben, zumal die Quellenlage, wie er selbst sagt, dürftig ist. In neun Kapitel unterteilt, liest sich der kleine Band kompakt und informativ. Der Text sensibilisiert für die Wahrnehmung und Hinterfragung gut abgeschotteter und scheinbar unangreifbarer Institutionen und ist auch für Leser_innen geeignet, die noch nicht über vertieftes Spezialwissen in diesem Themenbereich verfügen.

Gabriele Vogel

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Heile Welten

Astrid Geisler/Christoph Schultheis
Heile Welten – Rechter Alltag in Deutschland
Hanser Verlag 2011
223 Seiten
15,90 €

heile-welten.de

coverIn den deutschen Medien treten Rechtsradikale meist als Skinheads in Erscheinung, gewalttätig und uniformiert mit Bomberjacken und Springerstiefeln. Eine skandalöse Situation wird als Aufhänger genommen, Schlagzeilen zu machen und über Rechtsextremismus zu debattieren. Doch was ist mit den alltäglichen Rassisten, den netten Menschen von Nebenan, die sich nicht durch Kleidung und Verhalten zu erkennen geben. Sind sie weniger schlimm, weniger gefährlich, weniger rechts?

Das Autorenpaar versucht anhand von neun beispielhaften Reportagen aus ganz Deutschland zu zeigen, dass es neben kahlköpfigen Nazi‑Schlägern auch Menschen mitten unter uns gibt, die rechtsradikales Gedankengut unbemerkt oder sogar geduldet verbreiten und ausleben. Das reicht von der zur Schöffin berufenen Hausfrau und Mutter, die sowohl im Elternbeirat der Schule als auch in der NPD aktiv ist, bis hin zu den Jugendlichen aus der ostdeutschen Provinz, die vom Gericht bescheinigt bekommen, eher aus Langeweile als aus politischen Gründen linke Mitschüler zu verprügeln.

Die im Buch vorgestellten Begebenheiten sind sehr gut recherchiert und bieten viele Hintergrundinformationen. Sie suchen nicht den Skandal, sondern greifen Geschichten auf, die die Normalität widerspiegeln, mit der sich fremdenfeindliche und antidemokratische Mitbürger in unserer Gesellschaft bewegen. Leider bedienen sie auch das ein oder andere Klischee, z. B. wenn in der brandenburgischen Provinz am Spanferkelgrill nationale Lieder gesungen werden, während in der schwäbischen Kleinstadt die wohlhabende, weltoffene Lehrerfamilie nicht verstehen kann, wie sich ihr rechtsgerichteter Sohn vom Gymnasium in den Knast manövriert hat.

Wer sich mit dem Thema schon etwas ausführlicher beschäftigt hat, dem wird nicht viel Neues offenbart. Doch die Darstellung von Alltagssituationen verschiedener Menschen in einzelnen Kapiteln und die wenig reißerische Sprache der Autoren machen das Buch leicht lesbar und bieten einen guten Einstieg für interessierte LeserInnen. Am Ende fehlt jedoch eine Auseinandersetzung mit den gegebenen Zuständen, einige Fragen bleiben offen. Es werden keine Tipps gegeben, wie man mit solchen Gegebenheiten umgehen kann und keine Lösungen angeboten. Doch das ist auch nicht die Intention der Autoren. Sie wollen vielmehr zum Nachdenken anregen und die Sinne schärfen, denn rechtes Gedankengut ist oft genauso schwer zu erkennen wie seine VerbreiterInnen.

Lydia Busch

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)

Angriff von Rechtsaußen

Ronny Blaschke
Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen
Verlag Die Werkstatt 2011
223 Seiten
16,90 €

9783895337710_0„Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ war einer der harmloseren Gesänge, die die Zuschauerinnen und Zuschauer des Spiels der neugegründeten SG Leipzig‑Leutzsch gegen Roter Stern Leipzig im September dieses Jahres vernehmen durften. Etwas deutlichere Rufe wie beispielsweise „Teutonisch, barbarisch – wir Leutzscher, wir sind arisch!“, von anwesenden Anhängern des Roten Sterns per Handy‑Video dokumentiert, wurden im Nachhinein durch die Vereinsführung der SGLL schlicht geleugnet. Dem Gegner drohte man mit rechtlichen Schritten, sollte dieser die Vorfälle weiter öffentlich thematisieren. Nachdem der Druck auf die Verantwortlichen des Vereins wuchs und sich der sächsische Fußballverband sowie die Stadt Leipzig einschalteten, wurde man in Leutzsch ein wenig kleinlauter. Im Stadionheft ließ der Vorstand in einem Vorwort dennoch verlauten, die Gesellschaft drücke „dem Fußball ihr hässliches Gesicht auf“, „politisch unkorrekte Fangesänge“ führten nicht dazu, „dass ein aufrechter Bürger nach dem Abpfiff zur Eisenstange greift“. Unterschrieben war der Text mit „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“ – übersetzt in sieben Sprachen.

Mit Eisenstangen wiederum hatte der Rote Stern Leipzig bereits im Oktober 2009 leidvolle Erfahrungen machen müssen, als eine Gruppe von fünfzig Neonazis Fans, Spieler und Funktionäre während eines Auswärtsspiels in Brandis angriff und zum Teil schwer verletzte. Mit den Vorfällen von Brandis findet das Buch Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen von Ronny Blaschke seine Einleitung. Blaschke hat Sport- und Politikwissenschaften an der Universität Rostock studiert und lebt als freier Journalist und Autor in Berlin. Für ein Dossier in der ZEIT, welches die Unterwanderung eines anderen Leipziger Fußballclubs, des 1. FC Lokomotive durch organisierte Neonazis zum Thema hatte, wurde er 2009 zum Sportjournalisten des Jahres gekürt. Sein Buch, erschienen im Verlag Die Werkstatt, nimmt sich nun, in Form einer Sammlung von Reportagen und Interviews, der Thematik über die Grenzen Leipzigs hinaus an. Dabei verfährt Blaschke wie schon bei o. g. Dossier: Er stützt sich nicht auf Statistiken oder andere Quellen, sondern recherchiert vor Ort. So führten ihn seine Reisen etwa nach Rönsahl, unweit von Lüdenscheid, wo der NPD‑Funktionär Stephan Haase als Schiedsrichter Spiele der Kreisliga leitet, oder in eine thüringische Kleinstadt, in der ein Neonazi der SG Germania vorsteht, um Jugendliche an die örtliche Kameradschaftsszene heranzuführen. Dass der Autor nicht nur mit Sozialarbeitern, einer Sportmediatorin oder einem Gewaltforscher spricht, sondern auch Neonazis in Interviews ausführlich zu Wort kommen lässt, erscheint zunächst zumindest ungewöhnlich. Er hofft hingegen, dass, wer deren „abstruse Opfer‑ und Verschwörungstheorien wortwörtlich“ dokumentiere, ihnen damit „die demagogische und aufrührerische Kraft“ nehme. Dies gelingt dem Buch insbesondere dann, wenn deutlich wird, wo für Rechtsextreme theoretische Anknüpfungspunkte an Fußball‑Fanszenen entstehen, etwa bei der in Fankreisen populären, meist wenig reflektierten Kritik an einem sogenannten modernen Fußball, sprich der Kommerzialisierung und Globalisierung des Profibereichs.

In der zweiten Hälfte verlässt der gut 200‑seitige Band das mit dem Titel sehr eng gesteckte Themenfeld und begibt sich auf Ursachenforschung und die Suche nach Lösungsansätzen. Erziehungswissenschaftler, Fanprojekte, aber auch DFB‑Präsident Theo Zwanziger und der in Deutschland aufgewachsene türkische Nationalspieler Halil Altintop werden befragt. Blaschke berichtet über die jüdische Makkabi‑Bewegung und beschäftigt sich mit Antiziganismus in Ungarn. Oft bleibt das Buch dabei nur an der Oberfläche der zahlreichen Themen, schafft es damit aber, einen Überblick zu verschaffen über die ebenso vielen Probleme, mit denen der Fußballsport behaftet ist – Probleme, die ihm oftmals sein „hässliches Gesicht“ zeichnen und denen er sich als Teil dieser Gesellschaft zu stellen hat. Dass die Sensibilität hierfür vielerorts noch nicht vorhanden ist, zeigen Blaschkes Bestandsaufnahmen des Alltags auf deutschen Sportplätzen und in den Stadien nur allzu deutlich. Seinem Buch bleibt zu wünschen, dass es diesem Zustand entgegen wirken kann.

Leyla Dewitz

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)

Mädelsache!

Andrea Röpke/Andreas Speit
Mädelsache! – Frauen in der Neonazi-Szene
Ch. Links Verlag 2011
240 Seiten
16,90 €

615 Maedelsache US.inddDie Rolle der Frauen in der Neonazi Szene hat sich verändert. Sie sind keineswegs nur noch Ehefrauen und Mütter, sondern treten als aktive Parteimitglieder auf, sind in Kameradschaften organisiert oder unterstützen tatkräftig ihre Ehemänner. Die Veränderungen des weiblichen Engagements werden in dem Buch Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene ausführlich dargestellt. Andrea Röpke und Andreas Speit recherchierten detailliert über Frauen in der NPD sowie über Gruppierungen wie den Ring Nationaler Frauen (RNF), die Gemeinschaft Deutscher Frauen (GDF), die Frauengruppen der Freien Kräfte und die Autonomen Nationalistinnen.

„Die NPD will die Frau zeigen – vorzeigen, um bürgernah, frauenfreundlich und wählbar zu erscheinen.“ Die Rede ist hier von der sächsischen Landtagsabgeordneten Gitta Schüßler. Sie steht – gemeinsam mit den anderen Frauen der Szene – für den Strategiewandel der NPD, in der immer mehr Frauen in die Parteiarbeit einbezogen werden. Frauen übernehmen in der Politik Bereiche wie Familie und Bildung mit dem Ziel, soziale Themen mit nationalen Forderungen zu besetzen. Sie sprechen mit den Themen Arbeitslosigkeit, Altersarmut oder einem geforderten Müttergehalt gezielt die Ängste und Wünsche der Menschen an. Das Buch macht deutlich: Die Partei hat das politische Potential von Mädchen und Frauen für die gesellschaftliche Akzeptanzgewinnung erkannt.

Aufgrund der fortschreitenden kommunalen Unterwanderung durch die NPD kommt der Rolle der Frau eine neue, wichtigere Bedeutung zu. Die AutorInnen sprechen sogar davon, dass das Vorhaben der Neonazis, sich kommunal zu verankern, nur mit weiblicher Unterstützung stattfinden kann. Neben der Strategie, über soziale Berufe menschenverachtendes Gedankengut in die Erziehung von Kindern mit einfließen zu lassen, engagieren sich Frauen beispielsweise ehrenamtlich in Elternvertretungen oder Sportvereinen. So können sie soziale Kontakte knüpfen und sich als engagierte, hilfsbereite Mütter präsentieren. Da Frauen meist im Hintergrund der NPD oder anderen extrem rechten Organisationen agieren, sind die politischen Ansichten im sozialen Umfeld meist nicht bekannt. Die Mitmenschen wissen nichts von den Einstellungen der freundlichen Nachbarin, Kollegin oder Sportlehrerin des Kindes. Wird aber der politische Hintergrund der Frauen bekannt, reagieren die Menschen aus dem Umfeld geschockt und fassungslos. So engagierte sich auch beispielsweise Stella Hähnel, RNF Mitgründerin, ehrenamtlich in einem Familiencafé und ließ die MitarbeiterInnen im Bezug auf ihre Überzeugungen im Dunkeln.

Das Buch weist außerdem auf die Gefahr der Verharmlosung menschenverachtender Einstellungen durch das Auftreten der extrem rechten Frauen hin. Dies wird beispielsweise beim Gründungstreffen des RNF im Jahr 2006 deutlich. Frauen wirken aufgrund ihres Erscheinungsbildes auf die Bewohner des Ortes Sotterhausen in Sachsen Anhalt eher konservativ als radikal. Nachbarn verkennen die Gefahr und treffen Aussagen wie „die sind doch nett“, oder „die Frau ist höflich und die Kinder gut erzogen“.

Die AutorInnen berichten auch über die größere kulturelle Freiheit innerhalb der Partei, die durch den seit 1996 aktiven Parteivorsitzenden Udo Voigt vorangetrieben wurde. So feiern „völkische Familien in Trachten neben Glatzköpfen, ehrgeizige Studentinnen neben Frauen in Lack und Leder“. Die Toleranz in Bezug auf die Kleidung der Szeneangehörigen sowie das vermehrte Auftreten von Frauen in der Öffentlichkeit könnte den Anschein erwecken, dass sich auch das traditionelle Geschlechterverständnis der NPD gelockert hat. Doch keineswegs ist von einer Gleichstellung zwischen Frauen und Männern innerhalb der Partei und den außerparteilichen Organisationen zu sprechen. Immer wieder kritisieren Frauen die Dominanz der Männer und die Ungleichbehandlung der Geschlechter in der NPD. Diese Kritik ist aber in den eigenen Reihen weder gern gesehen noch wird sie geduldet. Einen stetigen Konflikt zwischen Emanzipation und einem traditionellem Rollenbild gibt es nicht nur innerhalb der Partei, sondern auch bei den Autonomen Nationalisten. Diese erscheinen zwar aufgrund der Übernahme von aktuellen Modetrends modern, Sexismus und Gewalt gegenüber Frauen gibt es nach Insiderberichten aber auch hier.

Einen Teil des Buches widmen die AutorInnen der Gemeinschaft Deutscher Frauen (GDF), die sich am traditionellen Frauenbild des Dritten Reiches orientiert. So sollen die Frauen Mütter von möglichst vielen Kindern werden. Andrea Röpke und Andreas Speit tragen auch Einzelheiten über die ideologischen Ziele der Kindererziehung und der Schaffung einer nationalen Gegenkultur der GDF zusammen.

Der Leser oder die Leserin wird zusätzlich über die Freizeitaktivitäten der Rechtsextremen informiert. Es gibt nicht nur neonazistische Ausflüge oder Zeltlager für den Nachwuchs, sondern auch Familien Überlebenscamps. Dort treffen Frauen gemeinsam mit ihren Familien Vorbereitungen, um die Zeit nach dem Zusammenbruch des Landes zu überstehen. Die TeilnehmerInnen verzichten während des Camps auf moderne Technologien. „So kann das deutsche Volk, dank den Frauen, überleben“. Nach den ausführlichen Recherchen über die in den Medien viel zu lange nicht beachteten nationalistischen Frauenorganisationen und Frauen innerhalb der NPD wird deutlich, was die Frauen der Szenen schon seit langem kundtun: Nationalismus ist auch „Mädlsache“. Aufgrund dessen widmet sich das letzte Kapitel ganz dem Umgang mit rechten Frauen im Alltag. Dabei können die AutorInnen selbstverständlich keine ausgearbeitete Handlungsanweisung liefern, aber Erfahrungen und Auseinandersetzungen von Betroffenen aufführen. Was haben andere BürgerInnen gegen die Unterwanderung lokaler Strukturen getan? Und wie haben sie sich beispielsweise gegenüber nationalistischen Erzieherinnen verhalten?

Das AutorInnenduo kommt zu dem Ergebnis: Frauen der extrem rechten Szene weichen der Zivilcourage. Deshalb muss die Gesellschaft aufmerksamer werden und sich bewusst machen, dass ein höfliches Auftreten der Frauen nicht die menschenverachtenden Einstellungen ändert. Auch eine Frau kann radikal sein. Nur so können die Aktivitäten aufgedeckt und die Handlungsfelder eingeschränkt werden. Dabei fordern die AutorInnen bereits ein Einschreiten, wenn Diskriminierungen beginnen und nicht erst bei Bekanntwerden einer NPD-Mitgliedschaft. Denn die Abgrenzungen zwischen Autonomen Nationalisten, Kameradschaften und der NPD sind aufgeweicht und eine offizielle Mitgliedschaft in der NPD ist längst nicht mehr notwendig.

Luisa Wingerter

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)

Storch Heinar

Julian Barlen/Mathias Brodkorb/Robert Patjedl (Hg.)
Storch Heinar: Mein Krampf – 18 Episoden aus dem selbst gefälschten Tagebuch des F. H.
Adebor Verlag 2011
88 Seiten
8,88 €

storchDer Rückstoß seiner – durch Froschfleischintoleranz verursachten – Flatulenzen befördert den bedauernswerten Storch Heinar schon früh unsanft aus dem Nest. Auch in seiner Storchenpeergroup ist der schwächliche Heinar endlosen Demütigungen ausgesetzt. Noch dazu fühlt er sich zum Künstler berufen und sieht seine Zukunft in der schillernden Welt der Mode. Doch trotz eifrig angefertigter Sommersocken‑Kollektion nimmt auch die Modeakademie ihn nicht auf. Als er schließlich sogar den Vogel‑Zug ins afrikanische Winterquartier verpasst, ist für Heinar das Maß voll. Mit seinen Storchenkumpels, dem debilen Rudolf, dem lahmen Joseph und dem fetten Hermann macht er sich als selbsternannter Führer nach einigen, von weiteren Peinlichkeiten gekrönten Erlebnissen auf den Weg nach Mailand, um die Herausforderung des berühmten Modezaren Benito Storcholini aufzunehmen.

Im weiteren Verlauf der Geschichte geht es dann eigentlich nur noch um eines: des Führers Ei. Denn, so stellt es sich heraus, Führer Heinar hat schlichtweg keine Eier. Und darum zettelt er einen Krieg an. Dieser will jedoch auch nicht so recht gelingen, zumal ausgerechnet der versoffene Rudolf mit dem Bau einer Wunderwaffe beauftragt wird. Nach einer gewaltigen Explosion gerät Heinar in einen Hinterhalt:

Ich blickte mich um, sah mich mit einem Schlag umringt von muskelbepackten Schlagstörchen, die mich in die kleine Seitengasse abdrängten. Dort stand er, der König der Verräter: Graf Straußenberg! Wie böse er lachte!

Ich stand wie angesteinart da. Was wollte er? Ich wusste es nicht. Wollte er sich nur wurzeln? „Du dreckiger Verräter!“, zischte ich ihm entgegen. Er selbst, ganz Aristokrat, zupfte an seinen Flügelhandschuhen. Dann wurde er wütend, begann zu schnauben, schrie herum und behauptete, er sei selbst der Verratene, denn unsere Wunderwaffenfabrik, für die er Millionen seiner besten und größten Eier geopfert und niemals einen roten Heller gesehen habe, wäre in Wahrheit nichts als eine riesige Eierlikörmaschine gewesen!

Wie dieses bizarre Storchen-Epos endet, soll hier nicht verraten werden. Offensichtlich hatten die Verfasser ihre helle Freude daran, so viele Details wie nur möglich aus der nationalsozialistischen Geschichte in Verbindung mit dem Brandenburger Modelabel „Thor Steinar“ zu ver‑eiern und das ist ihnen durchweg amüsant gelungen.

Die zweite Hälfte des mit Bedacht 88 Seiten zählenden Bandes berichtet über den realen Werdegang des politischen „Satire- und Klamottenprojekt Storch Heinar“. Die von der SPD und den Jusos Mecklenburg-Vorpommern getragene und gegen Rechtsextremismus eintretende Initiative „Endstation Rechts“ gründete das Storchenprojekt als Persiflage auf die in rechtsextremen Kreisen beliebte Modemarke „Thor Steinar“ und zog mit der Figur eines dümmlich dreinblickenden Storches mit Hitlerbärtchen den Unmut der Media Tex GmbH, Mutterschiff des „Thor Steinar“‑Labels, auf sich.

Mit der Klage gegen „Storch Heinar“ – wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzung und Verunglimpfung, Streitwert 180.000 Euro – hatte sich die Media Tex jedoch einen Bärendienst erwiesen. Nicht nur sorgte sie damit für Publicity zugunsten des ungeliebten Mode-Konkurrenten, sie verlor auch den Prozess und finanzierte so unfreiwillig weitere Aktionen des Storchenprojektes: Als Anti‑NPD‑Kampagne wurde ein Bandcontest veranstaltet, eine eigene Marschmusikkappelle namens „Storchkraft“ ins Leben gerufen und eine CD produziert, welche rechtsrockige „Schulhof‑CDs“ ebenso wie deutschtümelnde Musik der Lächerlichkeit preisgeben.

Dieses Büchlein ist erheiternd und informativ und damit bestens geeignet, als kleines Geburtstagsgeschenk nicht nur für 18‑ oder 28‑Jährige zu dienen. Es zeigt zudem, wie mit Humor, Kreativität und geringen Mitteln auch jenseits von handfesten Attacken auf einschlägige Modegeschäfte einem sich ausbreitenden Rechtsextremismus entgegengetreten werden kann.

www.endstation-rechts.de
www.storch-heinar.de

Gabriele Vogel

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)

Cherryman jagt Mr. White

Jakob Arjouni
Cherryman jagt Mr. White
Diogenes Verlag 2011
167 Seiten
19,90 €

978-3-257-06755-2In Storlitz möchte man nicht leben. Nicht mal tot sein. Das Kaff in der brandenburgischen Provinz ist weit genug von Berlin weg, um absolut gar nichts vom Großstadtflair abzubekommen, aber noch nahe genug dran, um es zu kennen und zu hoffen, irgendwann dort zu leben. Im Dorf gibt es immerhin eine Frittenbude und einen Supermarkt. An diesem trostlosen Schauplatz sieht sich der Anti Held des Romans, der 18-jährige Rick Fischer, gezwungen, sein Dasein zu fristen. Als Waisenkind, das seine Eltern früh bei einem Autounfall verloren hat, wächst er bei seiner selbsternannten Tante Bambusch auf. Sie hat ihn liebevoll großgezogen und nun kümmert er sich um die alte Frau. Nach dem Realschulabschluss erwartet ihn wie alle Jugendlichen im Ort die aussichtslose Jobsuche.

Rick ist ein Träumer, ein stiller, harmloser Junge, der gerne Comics zeichnet und mit seiner Katze spielt. Und somit das ideale Opfer für die rechtsradikale, dummgesoffene Clique, die arbeits und perspektivlos auf dem örtlichen Supermarktparkplatz herumlungert und Bier trinkt. Die Gang schikaniert ihn, nimmt ihm regelmäßig das Taschengeld ab und quält seine Katze. Rick versucht, ihnen so gut es geht aus dem Weg zu gehen und sich unauffällig zu verhalten. Wenn das mal wieder nicht klappt, flüchtet er sich in seine selbst gezeichnete Comicwelt, in welcher der übermächtige Held „Cherryman“ (seines Zeichens ein menschgewordener Kirschbaum) es immer schafft, seine Feinde zu besiegen.

Eines seltsamen Tages bietet eben dieser Schlägertrupp sich plötzlich an, ihm eine Lehrstelle im verheißungsvollen Berlin zu vermitteln. Rick ist von Anfang an misstrauisch. Aber das Gefühl, endlich einmal Glück zu haben und die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz in seinem Traumberuf Gärtner lassen ihn alle Zweifel verdrängen. Der Mittelsmann Pascal, ein schmieriger und unsympathischer Vorstadtgauner, macht ihm schnell deutlich, dass die Lehrstelle an Bedingungen geknüpft ist. Rick soll für den örtlichen Neonazi Verein „Heimatschutzbund“ einen jüdischen Kindergarten ausspionieren. Er wird genötigt mitzumachen, da seine neuen rechten Kumpanen alles bedrohen, was ihm wichtig ist: seine Tante, seine Freundin, seine Lehrstelle. So wird Rick trotz moralischer Bedenken und Gewissensbissen zum Werkzeug von Leuten, die er eigentlich verabscheut. Als ihn die Neonazis in eine Falle locken wollen und er die offensichtliche Kriminalität des Heimatschutzbundes nicht mehr länger verleugnen kann, wächst Rick über sich hinaus. Die Angst um seine Freunde und seine Tante bringt ihn dazu, sich zu wehren. Die aufgestaute Frustration und all seine Furcht entladen sich in einer überdimensionalen Reaktion.

Der/Die LeserIn erfährt gleich zu Beginn, wo die Geschichte endet. Nämlich mit Rick im Gefängnis. Wie es dazu kam, erzählt Jakob Arjouni in Form von Briefen des Protagonisten an den Knastpsychologen. Er stellt so nur die eine Sicht der Dinge dar und die Sympathien sind von Anfang an eindeutig verteilt. Es ist die Geschichte eines schwachen Jugendlichen, der in einer scheinbar ausweglosen Situation durchdreht. Der Autor zeigt, wie leicht man zum Mitläufer werden kann und wie schwer der Kampf eines Einzelnen gegen organisierte Neonazigruppierungen ist. Die Grenze zwischen Opfer und Täter verwischt. Es stellt sich die Frage, ob Gewalt tatsächlich nur mit noch mehr Gewalt begegnet werden kann und ob es moralisch akzeptable Motive für ein schwerwiegendes Verbrechen gibt.

Die Geschichte behandelt ein bedrückendes Thema auf unterhaltsame, fast skurrile Weise, so wie es für den Autor typisch ist. Der leichte Schreibstil und die Kürze des Buches machen den Roman zum idealen Lesestoff auch für Jugendliche, und die Lektüre bietet ordentlich Diskussionsstoff.

Lydia Busch

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)

Rechtsradikalismus im Internet

Christoph Busch (Hg.)
Rechtsradikalismus im Internet
(Reihe: Medienwissenschaften – Band 11)
Universitätsverlag Siegen – universi 2010
388 Seiten
14,90 €

ResizeDie rasche Entwicklung und Ausbreitung des Internets erleichterte den Handel mit Waren aus dem Umfeld der extremen Rechten. „Rechtsextremes Material, das früher nur mit Insiderwissen und unter der Theke in einschlägigen Läden zu bekommen war, kann heute bequem online bestellt oder von Websites heruntergeladen werden“, stellt Stefan Glaser, einer der Autoren fest. Das Kapitel „New‑Nazi‑Economy“ widmet sich deshalb den Bestelldaten des Onlineshops Aufruhr‑Versand, um einen Überblick über die Kundenstruktur zu geben. Neben der Kategorisierung der Kundschaft nach Geschlecht, der Höhe der Bestellung sowie der Auswertung der zusätzlichen politischen Kommentare am Ende einer Bestellung zeigt die Datenanalyse ein aufschlussreiches Ergebnis: Die Bestellungen sind keineswegs nur in Ostdeutschland zu verorten, sondern erstrecken sich über den gesamtdeutschen Raum.„Das Internet hat die Verbreitung rassistischer Hasstiraden sowie die Vertriebsmöglichkeiten neonazistischer Schriften, CDs und Devotionalien gewissermaßen revolutioniert“. Aus diesem Grund analysieren die AutorInnen des Bandes Rechtsradikalismus im Internet auf knapp 400 Seiten das umfassende, stetig wachsende Onlineangebot der extrem Rechten und stellen Gegenmaßnahmen wie beispielsweise jugendschutz.net und die Freie Selbstkontrolle Multimedia (FSM) vor.

Die Zunahme der Verbote und Indizierungen schränken jedoch die Möglichkeiten eines aus Deutschland betriebenen Versandshops ein. Bereits 2009 nutzten deshalb über fünfzig Prozent der extrem rechten SeitenbetreiberInnen ausländische Dienste, um die Kundschaft in Deutschland weiter mit verbotener Ware zu versorgen. Daran anknüpfend findet sich auch ein Artikel zum Thema Internationalität von extrem rechten Onlineshops in den USA. Die Recherchen weisen deutlich auf die Schattenseiten der globalen Vernetzung durch das Internet hin: Die in Deutschland verbotenen nationalsozialistischen Symbole unterliegen in Amerika der Meinungsfreiheit. Die meisten amerikanischen Onlineshops machen sich dies zu Nutze und präsentieren sich international. So kann der Käufer oder die Käuferin oftmals die Sprache nicht nur auf Deutsch umstellen und die Rechnung in Euro begleichen, sondern auch teilweise Versandkostenrabatte und Hilfestellungen zum erfolgreichen Versand nach Deutschland erhalten.

Neben den Onlineshops spielen auch die Webseiten extrem rechter Bands eine wichtige Rolle, da „junge Menschen für Neonazi‑Agitation in blutleerer Programmform kaum empfänglich sind. Musik berührt die jungen Leute, die von den Politikern nicht erreicht werden“. Die AutorInnen Laura Irsen und Marcel Fischer analysierten deshalb unter anderem die Internetseiten der Rechtsrock‑Bands Endstufe, Spreegeschwader und Oidoxie und stellten fest, dass die Verwendung von lediglich dezenter Symbolik, wie beispielsweise der Farben schwarz, weiß und rot die menschenverachtenden Einstellungen der Bands verschleiern. So zeigt beispielsweise die Aufmachung der Webseite von Endstufe, dass „die Band zur rechtsradikalen Subkultur gehört, aber auch, dass diese sich nicht deutlich als solche präsentiert“. Im Kapitel „Symbolik auf Homepages rechtsradikaler Bands – eine qualitative Untersuchung“ wird darauf hingewiesen, dass bei der Darstellung der Homepages „eine besondere Konzentration auf den Aussagen [liegt], die mit dieser Symbolik getroffen werden“. In dieser Hinsicht ist auch das Kapitel „Zur Ästhetik rechtsextremer Webseiten“, welches Symbole aufführt und erklärt, sehr informativ. So interpretiert Juliana Brunello Bilder von extrem rechten Internetseiten und erläutert die verwendete Symbolik, wie zum Beispiel Runen oder veränderte Abbildungen aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Trotz der Maßnahmen von jugendschutz.net und der FSM gibt es immer wieder neue extrem rechte Webseiten, die nur schwer zu kontrollieren sind. Die Analysen der diversen Angebote im Netz führen somit zu folgendem Ergebnis: „In dem Maße, in dem sich die Agitation modernisiert und professionalisiert, Strafvermeidungs- und Transstrategien zunehmen, stößt rechtsstaatliche Repression an Grenzen – gerade diese Entwicklungen fordern die Aufklärungsarbeit heraus“. Auch wenn es professionelle Webseiten gibt, die sich gezielt mit der Aufklärungsarbeit in Bezug auf extrem rechte Strukturen beschäftigen, könnten sich diese noch mehr an Jugendlichen orientieren. Zu diesem Resultat kamen Alexander Fuchs und Fabian Klein nach Abschluss von Gruppendiskussionen mit Schulklassen zur Qualität von Aufklärungswebseiten. Jedoch ist die Durchführung der Gruppendiskussionen nicht überzeugend. Anstatt die Ergebnisse lediglich niederzuschreiben und eine ideale Webseite zu erarbeiten, sollten konkrete Handlungen folgen, um zur Verbesserung der Aufklärungsarbeit beitragen zu können.

Angesichts der Stellungnahmen und Lösungsansätze von Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke, SPD, sowie CDU/CSU zu extrem rechten Webseiten zeigt sich zudem, dass „die meisten Parteien das Problem Rechtsextremismus im Internet kaum [thematisieren]“. Auch wenn die Autorinnen Andrea Brilka, Urszula Maria Chenczke und Anna Lena Hahmann zu dem Entschluss kommen, dass „alle demokratischen Parteien Rechtsextremismus als Problem wahr[nehmen] und [in der breiten Öffentlichkeit] diskutieren“, fehlt es an konkreten Maßnahmen beziehungsweise an gesetzlichen Möglichkeiten diese umzusetzen. Deshalb werden in „Grenzen und Probleme der Regulierung bei Rechtsradikalismus im Internet“ verbesserte internationale Zusammenarbeit in Bezug auf die Strafverfolgung sowie präventive Maßnahmen, wie beispielsweise die Verbesserung der Medienkompetenz von Jugendlichen gefordert.

Der Band enthält neben den aufgeführten informativen Kapiteln allerdings auch seine Schwächen. So stellt beispielsweise der Artikel „Internet, Demokratie und Neue Soziale Bewegungen“ keinen direkten Bezug zu dem Thema des Bandes Rechtsradikalismus im Internet her. Auch die unterschiedliche Verwendung der Begriffe „Rechtsextremismus“ und/oder „Rechtsradikalismus“ trägt nicht gerade zum Verständnis bei. Obwohl auf dieses Problem bereits in der Einleitung hingewiesen wird, wäre eine einheitliche Definition wünschenswert gewesen.

Luisa Wingerter

(Diese Rezension erschien zuerst im Journal der Jugendkulturen #17, Winter 2011)