International Zine Library Day

Heute ist International Zine Library Day! Statt anlässlich des International Zine Month 2017 ein weiteres „Zine of the Day“ abzufeiern, lassen wir uns und unsere Fanzine-Sammlung an diesem Tag auch gerne einmal guten Gewissens von euch feiern. 😉

Und falls ihr uns mit einem Präsent beglückwünschen wollt, dann schickt uns eure Zines für unsere Sammlung oder bringt sie zum Zineklatsch #5 am 26.07.2017 einfach persönlich vorbei. Ein schöneres Geschenk könnt ihr uns kaum machen!

In diesem Sinne: „Up the Scissors and the Glue Sticks!“

Christian (aus der Fanzine-Sammlung des Archivs der Jugendkulturen)

Unsere Online-Datenbank mit einem Teil unserer Zine-Sammlung findet ihr hier.

Mehr Infos zum International Zine Month (IZM) sind hier zu finden.

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Zine of the Day: Headspin (Deutschland)

Der Juli ist wieder International Zine Month (IZM). Aus diesem Anlass stellen wir euch auch dieses Jahr wieder einige aus unserer Sicht interessante Hefte aus der Fanzine-Sammlung des Archivs der Jugendkulturen als „Zine of the Day“ vor…

Headspin_8

Titelblatt von Headspin #8

Den Anfang macht dieses Egozine aus den Neunziger Jahren, das bis heute zu meinen absoluten Lieblingsheften zählt. Noch bevor ich im oberbayerischen Weilheim die ersten Gehversuche in Sachen Fanzines wagte, hatte Christoph Koch im nahe gelegenen Fürstenfeldbruck bereits die ersten Ausgaben seines Headspin veröffentlicht. Kennengelernt habe ich ihn und sein Fanzine dann 1992 bei einem gemeinsamen Interview-Termin mit der HipHop-Band Anarchist Academy. Über die Jahre blieben wir im Kontakt, trafen uns immer mal wieder auf einem Konzert, schrieben uns Briefe oder tauschten unsere Hefte.

Was das Headspin von vielen anderen damaligen Fanzines unterschied, waren nicht nur die Unmengen an The Smiths-Zitaten, sondern vor allem die tagebuchartigen Einblicke über das Coming of Age in einer oberbayerischen Kleinstadt. So gab es neben Artikeln über Indie-, Punk- und Hardcore-Bands, Plattenbesprechungen und Konzertberichten auch sehr persönliche Beiträge über das Verliebtsein, über den Tod seiner Mutter oder den ersten Sommer nach dem Abi, die nie pathetisch oder gar peinlich wirkten. Bis 1997 gab Christoph 15 Headspin-Ausgaben heraus, die sich fast alle in der Fanzine-Sammlung des Archivs der Jugendkulturen befinden.

Nachdem er Fürstenfeldbruck verlassen hatte und zum Studieren nach Münster gezogen war, stellte er sein Heft ein und veröffentlichte mit Linus Volkmann und anderen das Fanzine Komm Küssen, von dem noch einige Nummern erschienen, bevor auch dieses Heft zu Grabe getragen wurde.

Auch nach seiner aktiven Fanzine-Zeit gab Christoph das Schreiben nie auf. Heute lebt er als freiberuflicher Publizist in Berlin, liefert u. a. Beiträge für Vanity Fair, die Süddeutsche Zeitung oder SpiegelOnline und verfasst Bücher über seine diversen Selbst-Versuche – vom Experiment, ein komplettes Jahr ohne Internet und Handy auszukommen bis zur Suche danach, was eigentlich Männlichkeit sein kann und soll.

Mehr über Christoph auf seiner Website – man beachte als jugendkulturelle Referenz das Black Flag-Zeichen als Webpage-Icon! 😉

Mehr Infos zum International Zine Month (IZM) sind hier zu finden.

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Christian